Es ist ein Freitag im Mai: Im Chemieraum wird wieder experimentiert, aus dem Musiksaal ertönen rhythmische Klänge und in den Klassenräumen vollzieht sich das Lernen nach langer Zeit wieder im Klassenverband. Diese ewig langen Lockdown-Wochen sind endlich vorbei. Und jeder Schüler hat sie anders erlebt. Fabian Grabner aus der 6 c erzählt:

Langeweile sei nicht bei ihm aufgekommen, weiß der 12-Jährige, der in der Nähe von Teisendorf zu Hause ist, zu berichten. „Durch das Homeschooling hatte ich mehr Freizeit als in einer normalen Schulwoche“, zieht er vorab ein positives Resumee der vergangenen Monate. Es sei alles viel entspannter gewesen. Fabian ist ein großer Tierfreund. So baute er zwischenzeitlich einen Hasenstall, der demnächst von Wachteln und Kaninchen bewohnt wird. Draußen im Freigelände tummeln sich über 200 Forellen und Saiblinge in drei Fischweihern.
Sein großes Hobby, das Fußballspielen, sei leider viel zu kurz gekommen. Auch die Sportvereine mussten eine Pause einlegen. Die Arbeit am Laptop hätten ihm keine Schwierigkeiten bereitet. Trotzdem war er mit dem Ablauf des digitalen Unterrichts nicht ganz zufrieden. „Es war längst nicht so gut wie richtiger Unterricht“, so der Sechstklässler. „Man konnte nicht - wie in der Schule - die Lehrer fragen, wenn man nicht weiterwusste.“
Gemeinsam mit zwei jüngeren Brüdern musste Fabian die Tage zu Hause verbringen. „Da ist es schon mal stressiger geworden.“ Insgesamt habe man nicht so gut lernen können wie im Klassenzimmer. „Ich glaube, dass wir noch einiges nachholen müssen, was wir bis jetzt nicht geschafft haben.“ In Lernfächern wie Biologie oder Geschichte sei der Unterricht gut gelaufen, die Hauptfächer seien seiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen. Da gebe es noch Nachholbedarf.
Gefreut habe er sich zum Neustart die Schulfreunde wiederzusehen. Und natürlich auf den Sportunterricht, der jetzt wieder losgehen könne. Vermisst habe er in dieser Zeit seine alte Klassenlehrerin, Frau Oswald-Müller. Und verwandt mit dem früheren Landrat, Georg Grabner, der so häufig zu Gast an unserer Schule war, das sei er auch. Jedenfalls überwiegt bei ihm die Wiedersehensfreude und die Hoffnung, dass solche Schultage wieder zur Normalität werden.

Johannes Vesper

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