Als Tristan, Schüler der 8 a, in seinem Werkraum im elterlichen Wohnhaus die Arbeit an seinem Mausefallenauto voranbringt, hat er einen genauen Plan für sein Physik-Projekt. Die Energie für den Antrieb des Gefährts wird von einer gespannten Mausefalle bereitgestellt, die sich im Frontteil des Fahrzeugs befindet.

Der Junge aus Piding verbringt viel Zeit in seinem voll ausgestatteten Hobbyraum. Der Bau verschiedener Modelle, das Tüffteln und Kreieren ist seine große Leidenschaft. So baut er Legoroboter und ferngesteuerte Autos zusammen, die es auf Spitzengeschwindigkeiten bis zu 120 km/h bringen.
Beim Mousetrap Car geht es da etwas gemächlicher zu. Frau Kress, Tristans Physiklehrerin, nimmt genau Maß. Mit 9,10 m belegt der Junge den ersten Platz im Langstreckenrennen innerhalb des Klassenprojekts. Aber Tüfteln allein reicht nicht. Einige physikalische Grundkenntnisse sind beim Bau Mouse-Flitzers zu beachten.
Die gespeicherte potentielle Energie in der Feder des Schlagbügels wandelt sich in kinetische Energie um, die das Modell antreiben wird. Um den Mäuse-Boliden zu bauen, braucht man das richtige Material, das Wissen um ein paar physikalische Grundlagen und ein bisschen Anstrengung.
Das Auto sollte so leicht wie möglich sein, die Räder möglichst dünn und fest und die Vorderseite des Gefährts klein und schlank. So hat Tristan für die Karosserie leichte Legostangen verbaut, als Räder dienen ausrangierte CD-Scheiben.
Eine Hauptaufgabe der Konstruktion besteht darin, die von der gespannten Mausefalle bereitgestellte Energie möglichst effektiv auf die Antriebsachse zu übertragen. In den meisten Fällen wird dieses Problem durch eine Hebelkonstruktion am Mausefallenbügel und einen auf der Achse aufgewickelten Zugfaden gelöst.
Zentrale Idee dieses Projektes ist es, die praktische Bastelarbeit mit dem Lernen physikali-
scher Inhalte so zu verknüpfen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht das „Physiklernen“
als notwendiges Übel im Zusammenhang mit der Bastelarbeit „hinnehmen“, sondern dass sie
erfahren, wie physikalische Erkenntnisse nutzbringend für ein besseres Ergebnis
eingesetzt werden können.

Johannes Vesper

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