"Musik spielt heute im Leben eines jeden Menschen eine wichtige Rolle," so Frau Lippl. Frau Lippl ist unsere Leiterin der Fachschaft Musik. Musische Fächer an einer weiterführenden Schule zu unterrichten, ist oft kein leichtes Unterfangen. Im schulunterrichtlichen Fächerkanon spielt das Fach häufig nur eine untergeordnete Rolle. Dabei ist sein Stellenwert in den Lehrplänen zweifellos unbestritten.

Die Bedeutung des Musikunterrichts erschließe sich durch die herausragende Stellung von Musik im Leben eines jeden Menschen jeden Alters, so greift auch der Deutsche Kulturrat das Thema auf. Musik begleite uns zu jeder Zeit, nicht selten gegen unseren Willen, sie sei überall verfügbar und präge unser Leben auf besondere Weise. Und das gelte es, sich genauer anzuschauen, so Frau Lippl.
Der Kulturrat ist der "Dachverband der Dachverbände" aller kultur- und medienpolitischen Organisationen bundesweit. Auch der Deutsche Musikrat, die Deutsche Literaturkonferenz oder der Rat für Bau- und Denkmalkultur gehören dazu. Entsprechend breitgefächert sind die Themen, für die sich der Kulturrat stark macht.
Die Musik sei unverzichtbarer Bestandteil kultureller Bildung an allgemeinbildenden Schulen, so die Experten des Kulturgremiums. Dabei wird kulturelle Bildung als lebenslanges Lernen mit und in den Künsten verstanden. Sie ist das, was Menschen sich aneignen: ästhetisch, medial, körperlich, sensorisch, emotional, sprachlich oder kulturell. Junge Leute sollen dadurch die eigene Persönlichkeit stärken. Vor allem aber wecke sie das Interesse an fremden Kulturen und mache weltoffen.
"Künstlerische Fächer sind oft der einzige Kanal, über den Kinder und Jugendliche diese Welt kennen lernen können, wenn Kunst und Kultur in ihren Familien keine Rolle spielt," so Prof. Susanne Fontaine, Vizepräsidentin der Universität der Künste Berlin. Es gelte jedoch auch, ein öffentliches Bewusstsein über die Funktion der künstlerischen Fächer zu schaffen. Auf jeden Fall sollte den Jugendlichen vermittelt werden, was öffentliche Kulturpflege heiße und wie man ein aktiver Teil davon werden könne. "Es reicht einfach nicht, bloß die flexibel an den Arbeitsmarkt anpassbare Arbeitskraft in den Schulen heranzuziehen", so die Musikwissenschaftlerin. Ob man später mal eine Ausstellung oder ein Theater besuche, hängt sehr davon ab, welche Erfahrungen Kinder und Jugendliche auf der kulturellen Ebene gemacht haben.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Schulfach Musik viel mehr Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln im Stande ist als gemeinhin angenommen, dass es an unserer Schule ausschließlich von Fachlehrkräften unterrichtet wird, dass es stets ein guter Ausgleich zu den kopflastigen Fächern des restlichen Schulvormittags ist, dass es durch seinen ganzheitlichen Lernansatz grundlegende Aspekte der Gehirn- und Lernforschung einfließen lässt, dass es stärkenorientierte Ansätze und die Vermittlung von Selbstwirksamkeit, wie wir es aus dem "Kompass"-Unterricht" kennen, aufgreift, und letztendlich eine umfassende und praxisorientierte "kulturelle Bildung" vermittelt.
"Der Begriff "kulturelle Bildung" hat Hochkonjunktur und gewinnt auch in der Schule immer mehr an Bedeutung," konstatiert Dirk Stute, Referent der Arbeitsstelle "Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW".
Viele unserer Jungen brächten zahlreiche und unterschiedliche musikalische Vorerfahrungen in den Unterricht ein, so Frau Lippl. Oft seien sie in einer Blaskapelle oder in einem andreren Musikverein aktiv. "Vor allem rhythmisch sind sie sehr begabt", so die Musiklehrkraft. Rhythmusgefühl ließe sich gut in das Wahlfach Percussion, das am Donnerstag nach der sechsten Stunde stattfindet, einbringen. Das zweite musikalische Wahlfach findet genau einen Tag früher statt: die Schulband. Beide Veranstaltungen werden von Frau Lippl geleitet und suchen dringend weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Freude an Musik.

Johannes Vesper

 

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