Auch am diesjährigen „Technik Camp“ Ende Oktober im Schülerforschungszentrum BGL nahmen Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe aus Realschulen, Mittelschulen und Gymnasien des Berchtesgadener Landes sowie der Reiffenstuel Realschule Traunstein teil. Unser Physiklehrer, Herr Reiter, hatte sich mit unseren Schülern auf den Weg nach Berchtesgaden gemacht.

Zu ihnen gehörten Jason und Michi, denen vor allem gefiel, dass man selbstständig arbeiten konnte. Dabei sei die Aufgabenstellung abwechslungsreich gewesen, so die Jungen, wie Zum Beispiel „die Arbeit an der Drehbank und mit dem Lasercutter und auch das Programmieren des Arduinos.“ Außerdem habe man gelernt, wie man seine Modelle richtig präsentiert. Verschiedene Firmen stellten sich vor mit Praktikumsplätzen Angebot. „Wir haben viel gelernt,“ so Jason, „hatten aber auch eine Menge Spaß zusammen.“ Florian Franke, Michi Gruber, Manso Nuno Moreno, Jason Reschberger und Darius Schön nahmen aus unserer Schule teil.
Fünf Tage lang planten, programmierten und bauten die Mädchen und Buben des Technik Camps eine ganz besondere »Bewegungsmaschine«. Dafür mussten sie nicht nur ihre Kreativität unter Beweis stellen, sondern auch Minicomputer programmieren und alle Teile für die Bewegungsmaschine selbst herstellen.
Dabei konnten sie Einblicke in moderne Produktionsverfahren gewinnen. Das war notwendig, um die Bewegungsmaschine zu kreieren, die im ersten Moment an einen Lüfter erinnert. Das Schülerforschungszentrum hat einen hauseigenen Laser-Cutter und bietet einen 3D-Drucker zur Produktion der Bauteile. Der wurde erst kürzlich zum Preis von 17.500 Euro angeschafft. Jeder der Schüler bekam einen »Arduino« geschenkt, einen Minicomputer ohne Betriebssystem, der den Anschluss von Sensoren und Motoren erlaubt, wie Michi erklärt.
Er hat sich mit dem Computer und dessen Programmierung beschäftigt. Die Achtklässler bekamen Einblicke in die Programmiersprache C++, schrieben einen Quellcode, der in Maschinencode übersetzt und auf den Arduino-Computer übertragen wurde. Der Minicomputer kann zwei Motoren antreiben. Die Scheiben gestalteten die Schüler selbst. Der Laser-Cutter schnitt die Formen aus Holz aus.
All die Technik inklusive Motoren, Antriebseinheiten und Prozessor verbauten die Teilnehmer in ein Plexiglasgestell, selbst konstruiert und mit dem Cutter gelasert. Wie das alles funktioniert, darüber informierten die Jugendlichen während der Abschlussveranstaltung an einzelnen Stationen im Schülerforschungszentrum. Ob sie wieder mitmachen würden? »Klar«, sagten Michi und Jason. Immerhin hätten sie jede Menge Neues gelernt.
Zur Schlussveranstaltung am Samstag kamen viele interessierte Besucher ins SFZ. Unter ihnen auch der stellvertretende Landrat, Michael Koller, selbst Realschullehrer. Erschienen waren auch der Freilassinger Unternehmer Max Aicher, Förderer des Schülerforschungszentrums, sowie Engelbert Sellmaier. Dieser führt zwei weltweit tätige Unternehmen aus der Feinmechanik- und Messwerkbranche in Bischofswiesen. Seit zehn Jahren unterstützt Sellmaier die Einrichtung in den Räumlichkeiten des ehemaligen Berchtesgadener Gymnasiums finanziell. Er sagte: »Wir tun alles dafür, um den Nachwuchs für Technik zu begeistern.« Dem Fachkräftemangel, der im Landkreis massiv spürbar sei, könne man entgegenwirken, wenn man junge Leute für eine Sache motivieren kann. Denn: »Nicht jeder braucht Abitur oder muss studieren, um beruflich erfolgreich zu sein.«
Die Planung und Umsetzung des ausgesprochen anspruchsvollen Projekts lag zum wesentlichen Teil in den Händen von Jürgen und Monika Gasteiger. Während der Projektwoche wurden sie von Tammo Claassen und Stefan Hager, beides Mitarbeiter am Schülerforschungszentrum, unterstützt.
Johannes Vesper

 

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