Genau wie sein Vorgänger Josef Flatscher absolvierte auch der jetzige Freilassinger Bürgermeister Markus Hiebl die mittlere Reife an unserer Schule. Der hatte gerade seine Amtsgeschäfte aufgenommen, als ihn der Weg zurück an seine alte Schule führte. Als geladener Ehrengast der Abschlussfeier im Juli 2020 konnte er coronabedingt nicht selbst anwesend sein und schickte einen Videogruß, den er bei einem Spaziergang durch das Schulhaus zuvor extra erstellt hatte.

Dabei staunte der Gast aus dem Rathaus nicht schlecht, wie sich das Schulhaus in der Kerschensteinerstraße im Laufe der Jahre verändert hat. Die Zeit schreitet voran und nimmt uns mit in eine neue Welt, von der noch niemand so genau weiß, wie sie aussehen wird.
„Es wird gerade Geschichte geschrieben.“ Die Zeiten änderten sich und ein „Weiter-so“ sei keine Option mehr. Der schmale Grat bestehe heute darin, Veränderung zuzulassen und zu gestalten und gleichzeitig Sicherheit zu bieten und Ruhe zu schaffen in einer sich permanent wandelnden Gesellschaft.
So haben es 15 Mitglieder des neu gegründeten, überparteilichen „Netzwerks Junge Bürgermeister*innen“ in ihrem Aufruf zum kommunalpolitischen Engagement festgehalten. Das bundesweite Netzwerk will den Austausch junger Stadtoberhäupter fördern und Signale setzen für eine frische und innovative Kommunalpolitik. Am Ende komme es darauf an, dass man sich engagiere und Verantwortung übernehme. Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Das Soziale, das Miteinander bekommt in den Ausführungen zentralen Stellenwert.
„Ich will Freilassing gemeinsam gestalten“, so Bürgermeister Markus Hiebl, der Anfang Mai 2020 seine Amtsgeschäfte aufnahm. Hiebl gehört zwar nicht mehr zu den jungen Vertretern seiner Zunft, doch vieles von dem, was seine jungen Kollegen so eindrücklich fordern, hat er längst verinnerlicht.
„Der Bürgermeister muss Brückenbauer und Moderator für alle Interessen und Entwicklungen in und um die Stadt herum sein“, so der Rathauschef. Als ehemaliger Bauamtsleiter und jetziger Verantwortlicher für das zentrale Gebäudemanagement im Landkreis Berchtesgadener Land habe er viel Erfahrung in der Konzeption und Abwicklung komplexer Projekte sammeln können.
„Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe mich in der Kirche und in Vereinen engagiert und meinen Zivildienst bei der evangelischen Kirchengemeinde in Freilassing abgeleistet.“
Nach dem erfolgreichen Besuch der Fachoberschule Traunstein absolvierte er eine Lehre zum Beton- und Stahlbetonbauer. Im Anschluss studierte er berufsbegleitend Hoch- und Tiefbautechnik und legte seinen Masterabschluss in Facility-Management und Immobilienwirtschaft mit Schwerpunkt Facility Management ab.
„Ich bin hier aufgewachsen, habe mit viel Engagement und Herzblut in der Jugendarbeit der evangelischen Jugend und der ESV Handballabteilung mitgewirkt und dort am Ende auch die Herrenmannschaft trainiert“, so der Vater zweier Kinder. „Meinen Zivildienst leistete ich bei der Evangelischen Kirchengemeinde in Freilassing ab, wo ich unter anderem auch als Koch in der integrativen Kindertagesstätte in der Laufener Straße tätig war.“ Das habe ihm nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern sei auch eine gute Vorbereitung auf alles das gewesen, was da noch so kommen sollte.
Dass Freilassing nicht nur seine Heimat, sondern auch eine Herzensangelegenheit sei, stellt er nur allzu gern unter Beweis: So habe er zum Beispiel, als der Stadt die Mittel ausgegangen seien, mit seinem Bruder und seinem Vater den neuen Skaterplatz in Eigenregie fertiggestellt.
Die jungen Kolleginnen und Kollegen in den Amtsstuben bundesrepublikanischer Rathäuser könnten sich in Freilassing sicher noch eine Menge abschauen.

Johannes Vesper

 

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