An einem Gemeinschaftsprojekt von Polizei und Caritas nehmen die Schüler der 8. Jahrgangsstufe auch in diesem Schuljahr teil. Das Drogenpräventionsprogramm „Sauba bleim“ stellt die Suchtgefahren, denen Jugendliche in vielfältiger Form ausgesetzt sind, in den Mittelpunkt. In diesem Jahr als Seminarleiterinnen mit dabei: Julia Schmied und Susanne Lehnart von der Caritas Suchprävention.

Im Kindes- oder Jugendalter kommen viele junge Menschen erstmals mit Rauschmitteln in Berührung. Sie sehen Leute in ihrer Umgebung rauchen, am Grillabend bekommen sie ein Gläschen Radler. Dem Kennenlernen folgt die Experimentierphase: mehr konsumieren, Grenzen austesten, die eigene Identität entwickeln. All dies spielt jetzt eine wichtige Rolle. Prägende Motive der Persönlichkeitsentwicklung treten in den Vordergrund: sich aufspielen, Mitmachen, sich abgrenzen oder die Flucht aus dem Alltagstrott gehören dazu. Viele Jugendliche beenden danach ihre erlernten Konsumgewohnheiten.
Andere stranden in der Phase des sozialen Konsums, um etwas zu feiern, um ausgelassen oder entspannt zu sein. Sozialer Konsum kann sich über den „Gewohnheitskonsum" zu problematischem Konsum ausweiten. Eine bestimmte Gewohnheit kann zu häufigerem Gebrauch eines Suchtmittels führen. Allmählich entsteht die Erfahrung, dass Alkohol oder Cannabis „hilft", sich entspannter zu fühlen. Das Motiv zu konsumieren verschiebt sich unmerklich - und die Kontrolle über den Konsum oder das entsprechende Verhalten, zum Beispiel das Computerspielen, verschwindet. In diesem Stadium können Probleme mit der Schule, der Arbeit, in Beziehungen und mit der Gesundheit entstehen. Eine Vielzahl hilfreicher Erziehungsratgeber stehen Eltern und Erziehern zur skizzierten Thematik zur Verfügung.
„Sauba bleim“ will Jugendliche für Sucht und Drogen sensibilisieren und sie dazu bewegen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei sollen in einem präventiven Sinne Lebenskompetenzen, das heißt Selbstvertrauen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit bei der Zielgruppe gestärkt, aber auch die Gestaltung eines sinnerfüllten, aktiven und selbstbestimmten Lebens gefördert werden. Zugleich werden soziale und gesundheitliche Folgen des Konsums thematisiert und rechtliche Aspekte besprochen. Dabei verbindet „Sauba bleim“ als modernes pädagogisches Instrument innovativ Erlebnisspiel, Sinneswahrnehmung und Kommunikation.
Die Wissens- und Problemvermittlung wird themenorientiert und interaktiv umgesetzt- durch Spiele, Übungen sowie gemeinsame Diskussionen und Kurzvorträge. Hiermit soll bei den Jugendlichen Interesse geweckt, Eigeninitiative und situationsbedingtes Handeln gefördert werden. Der kommunikative Austausch mit Gleichaltrigen steigert zudem die Aufnahmefähigkeit und unterstützt die aktive Auseinandersetzung mit den vorgegebenen Themen. Sachverhalte werden kritisch hinterfragt, vertieft sowie individuelle Interessen erfüllt. Ein sinnvolles und effizientes Projekt, das in Schulen noch öfter und regelmäßig zum Tragen kommen sollte, um Jugendlichen die Gefahren rund um den Drogenkonsum immer wieder deutlich vor Augen zu führen.
Entwickelt wurde das Sucht- und Drogenpräventionsprogramm „Sauba bleim“ vom Polizeipräsidium München, Kommissariat 105 – Prävention und Opferschutz.
J. Vesper

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