Vor zwei Jahren wurde das „Medienmobil“ des Kreisjugendrings aus der Taufe gehoben. Und den Machern gelingt es, ein aufwendiges und professionelles Filmset für Schulklassen zu arrangieren. Unsere 10 a hatte jetzt Gelegenheit es auszuprobieren.

Einmal vor der Kamera zu stehen, Sendungen für Film und Fernsehen selbst zu inszenieren, die Rolle eines Moderators zu übernehmen, das ist der Traum vieler Menschen.
Wer schon einmal Gelegenheit hatte, bei Dreharbeiten zugeschaut zu haben, dem wird aufgefallen sein, dass alles ziemlich langsam und genau nach Plan abläuft. Die Protagonisten der verschiedenen Sparten warten geduldig auf ihren Einsatz. Jetzt muss die Szene zum wiederholten Male aufgezeichnet werden, weil der Regisseur immer noch nicht zufrieden ist. Das Klima ist zuweilen rau, der Ton verschärft sich, die Stimmung wirkt gereizt. Eine erstklassige Schule zum Erlernen grundlegender Sozialkompetenzen.
Und die Teilnehmer an diesem Seminar, das zwei Schulvormittage umfasst, haben Glück: Lucas aus ist ein Regisseur, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und für positive Stimmung rund ums Aufnahmestudio in der Aula sorgt. Ein ruhender Pol und erfahrener Leiter des Medienseminars ist auch Lawrence Martin. Er weiß, wie man die Jugendlichen anspricht, ruhig, immer sachlich und freundlich stellt er die Schüler auf das Geschehen vor und hinter der Kamera ein.
Die wirken anfänglich etwas aufgeregt, aber je mehr sie sich in ihre Rolle einfinden, desto gelassener wird ihr Umgang mit dem ganzen Equipment, das die Sozialpädagogin Tamara Schweidler, Kea Bartsch vom Bundesfreiwilligendienst und Lawrence Martin, der das filmische Handwerkszeug in London erlernt hat, wo er bereits erste Erfolge als Dokumentarfilmer feierte.
Anton und Lukas haben derweil auf der Moderatorencouch Platz genommen. Die Filmcrew arbeitet, wie an einem richtigen Set, arbeitsteilig. Während die vier Reporterteams mit ihren Kameras zu ihren Themen außerhalb des Schulgeländes recherchieren, bereitet das Technikteam mit Beleuchtern, Tonmeistern, Editoren, Kameraleuten, Requisiteuren und Cuttern die Produktionsphase vor.
Die Reporter schneiden später ihr Material für eine Präsentation innerhalb der Sendung zurecht. Die steht unter dem Motto „CultureXchange“ und stellt Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Kulturen heraus. Die entdecken die findigen Reporter bei ihren Recherchen u. a. in einem Dönerladen, in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einem Ainringer Waldstück, in dem sich das chinesische Springrad angesiedelt hat.
Und zum Schluss fällt die Klappe und es heißt "Film up". Schließlich ist alles im Kasten. In diesem Winter werden Filmteams aus unterschiedlichen Schulen ihre Werke einem breiteren Publikum im Kino vorstellen. Als Fazit dieser zwei abwechslungsreichen, kurzweiligen und lehrreichen Vormittage können die Schüler viel für sich mitnehmen. Viele Berufe am Set sind Handwerks- und Ausbildungsberufe. An einem Kunstwerk, wie es ein Film, eine Show oder eine Magazinsendung mehr oder weniger darstellen, sind immer viele beteiligt, mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Talenten ist jeder irgendwie ein Künstler.
Aber nur wenn ich mich gemeinsam mit den anderen in solch ein Projekt einbringe. Dessen Ergebnis ist das Resultat vieler, oft filigraner Detailarbeit. Da dieses Projekt vom Bayerischen Jugendring im Rahmen der Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung gefördert wird, kann der Workshop für die Schulen kostenlos angeboten werden.
Im Umfeld unterstützten die Mint-Lehrkräfte, Herr Meier und Herr Friedl das Projekt tatkräftig. So schaut´s aus, wenn Schule mal so richtig Spaß macht.

Johannes Vesper

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