Am Montag ist es wieder soweit. Die Schüler im Berchtesgadener Land werden an diesem Wochenende der Wiedereröffnung ihrer Schulhäuser mit Vorfreude begegnen. Schluss mit Monotonie, Einsamkeit und Flauten im PC-Getriebe. Und das Wichtigste: Gleich am Montag bzw. Dienstag können sich die Mädchen und Buben ab 15 Jahre einem Corona-Schnelltest unterziehen.

Die Klassen 5 – 9 an unserer Schule starten erst einmal im Hybridsystem. Während der erste Teil einer Lerngruppe im Pflichtunterricht präsent ist, verweilt die zweite daheim im Distanzunterricht, bevor am nächsten Tag der Wechsel erfolgt.

100 Millionen Tests will das Land Bayern bereitstellen um die Schulen sicherer zu machen und seine Schüler und sein Personal vor Corona zu schützen: die Tests für Schüler finden einmal wöchentlich statt, ihre Lehrer können sich zweimal pro Woche einer Testung unterziehen – allerdings – und das gilt sowohl für die Lernenden als auch für das Lehrpersonal - durchgehend auf freiwilliger Basis.

Eine Einheit Schnelltests enthält Zubehörteile für insgesamt 20 Tests. Die beigefügte Halterung aus Pappkarton ist jedoch nur für neun Reagenzröhrchen ausgerichtet. Nachdem die Selbsttests aufgrund der geringen gelieferten Stückzahl überraschend nun doch nicht zuhause sondern in der Schule durchgeführt werden, musste eine Halterung her, die mehr Röhrchen aufnehmen kann. Auf Anregung der Schulleiterin Frau Langenfelder erstellte zunächst unser Konrektor, Herr Prechtl, ergänzende und passende Vorrichtungen am 3D-Drucker, welche nun die Lehrer für ihre Einzeltests verwenden können. Um wiederum einen Klassensatz verarbeiten zu können, fertigte nun unser Werklehrer und stellvertretende Landrat Michael Koller Holzleisten mit einer entsprechenden Anzahl an Einstelllöchern für die ganze Klasse.

Elf Millionen der Tests seien bereits da und könnten an die Gemeinden ausgegeben werden, so Ministerpräsident Markus Söder. Dabei wird unterschieden zwischen Schnelltests, die von Personen mit medizinischer Schulung durchgeführt werden, und Tests, die die Testpersonen selbst machen können. Beide Arten von Schnelltests sollen an Bayerns Schulen zum Einsatz kommen.

Die Landesregierung plant, schon bald auch Schülerinnen und Schüler unter 15 Jahren Tests zukommen zu lassen, vor dem Unterricht und direkt in der Schule. Ab wann genau und an welchen Schulen, ist aber offen.

Kritik an den Plänen gibt es von verschiedenen Seiten – etwa, dass ein Test wöchentlich keine Gewissheit für die ganze Woche gibt. Außerdem gelte es, den Umgang mit positiv getesteten Schülern im Schulhaus abzuklären.

Johannes Vesper

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