Für die Kletterwand unserer Schule verlängert sich heuer die Winterpause aus den bekannten Gründen. Dadurch bot sich für Helmut Streibl, unseren Hausmeister, Zeit und Gelegenheit, sie mit Pinsel und Farbe gründlich zu restaurieren und sie gleichzeitig mit dem alpinen Bergpanorama des Hochstaufen zu dekorieren.

Zwei Paraglider schweben sanft ins Tal, von Weitem erstrahlt das Gipfelkreuz im Licht der Morgensonne. So präsentiert sich die Streiblsche Bergwelt in den Stunden des Vormittags. Innerhalb von zwei Wochen ließ unser Hausmeister eine naturgetreue Abbildung der markanten Silhouette vom Felsbergmassiv des Hochstaufen als Hintergrund für unsere Sportkletterer erstehen.
Helmut hat die Konturen des Hochstaufen aus naheliegenden Gründen sehr realistisch gestaltet, ist er doch selbst ein begeisterter Bergwanderer. Außerdem musste er hoch oben auf seiner Leiter nur eine leichte Körperdrehung vornehmen, schon konnte er die markanten Bergkonturen in natura in Augenschein nehmen.
„Die Wand musste dringend saniert werden“, so der gelernte Maler und Lackierer. Die Angebote von Fachfirmen hätten ihn nicht überzeugt, schließlich habe er das Ganze selbst in die Hand genommen, so unser Maler mit Freid am Berggeh. Für die kunstvolle Gestaltung des Gipfelkreuzes zeichnete sich indes Frau Bauer verantwortlich.
Dass er ein derart aufwändiges und zeitintensives Projekt zielstrebig in Angriff nimmt, zeugt auch von der hohen Wertschätzung, die seine Arbeit im Schulhaus erfährt. Hier erfreut sich seine aufgeschlossene Persönlichkeit, sein handwerkliches Geschick und sein beharrlicher Arbeitseinsatz wohlwollender Anerkennung. Egal ob er sich als Schreiner betätigt, das Außengelände pflegt, die Heizung repariert oder bunte Blumenbeete anlegt – man hat immer das Gefühl, dass hier ein versierter freundlicher Mitarbeiter mit ganzem Herzen bei der Sache ist.
In diesem Zusammenhang klingt der Begriff von der guten Seele im Haus eher etwas abgedroschen. Denn wo so viele Menschen tagein tagaus zusammenkommen wie in einem Schulhaus, kann das Attribut „gut“ auf Dauer kaum Bestand haben. Da müsse man sich durchsetzen, konsequent sein und auch mal deutliche Worte finden, so der engagierte Hausmeister mit pädagogischen Qualitäten, dessen Bruder Konrad früher als Lehrer bei uns unterrichtete. Jedenfalls darf man gespannt sein, welches Projekt er als Nächstes in Angriff nehmen wird.

Johannes Vesper

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