Nach dem ersten Schulmodellversuch, der nun schon einige Jahre zurückliegt, trafen sich Vertreter der teilnehmenden Schulen Ende April im Rahmen einer Vollversammlung und zum Zwecke nach all den Jahren des pädagogischen Experimentierens Bilanz zu ziehen. Was ist aus den Unterrichtsmodellen der teilnehmenden Schulen geworden? Für unsere Schule waren Frau Langenfelder und unser Kompasskoordinator, Herr Schinwald, ins Stadion von Jahn Regensburg gefahren. Als Resumee dieses Tages lassen sich folgende Statements formulieren:

KOMPASS (KOMPetenz Aus Stärkeund Selbstbewusstsein): ein Modellversuch der Stiftung Bildungspakt Bayern mit dem Exklusivpartner Sparda Bank München eG in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Worauf zielt KOMPASS ab?
Es geht in KOMPASS darum, Lernprozesse so zu organisieren, dass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihre individuellen Stärken optimal zu nutzen und in einer Kultur des Lernens zu arbeiten.

Welche Erfolge erzielte der Modellversuch?
KOMPASS hat sichtbare und empirisch messbare Erfolge erzielt:

KOMPASS führt zu einem veränderten Lehrerverständnis.
Die Lehrkraft begreift sich zunehmend als Lerncoach, der Lernprozesse organisiert, initiiert und begleitet. Dieser Rollenwechsel wirkt sich positiv auf das Schulklima und die Unterrichtsqualität aus. Zudem konnte eine erhöhte Berufszufriedenheit der Lehrerinnen und Lehrer nachgewiesen werden.

KOMPASS führt zu qualitativen Verbesserungen der schulinternen Kommunikation, desSchulklimas und der Schulentwicklung. Dies geschieht durch:
- Betonung kooperativer Arbeitsformen (Teamteaching etc.)
- einen stärkeren Austausch der Lehrkräfte untereinander (KOMPASS-Teams etc.)
- flexible und damit passgenaue Konzepte zur Stärkenförderung, die sich an den Stärken der einzelnen Schule orientieren
- Stärkung der Eigenverantwortung


KOMPASS stärkt die Eigenständigkeit bei
Lernprozessen.
Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um in der Arbeitswelt selbstständig und problemlösend zu denken und zu handeln.


KOMPASS trägt zu einer Förderung der Teamfähigkeit bei.
Schülerinnen und Schüler der KOMPASS-Klassen stehen kooperativen Lernformen im Durchschnitt positiver gegenüber als die übrigen Schülerinnen und Schüler. Kooperative Lernformen werden als eine wichtige Voraussetzung für die spätere berufliche Teamfähigkeit angesehen.


KOMPASS fördert Selbstvertrauen.
Das im Jugendalter natürliche Abflauen des Selbstvertrauens und der Motivation vor allem in den Klassen 7 bis 10 kann durch die KOMPASS-Maßnahmen größtenteils aufgefangen werden. Schülerinnen und Schüler der KOMPASS-Klassen schätzen ihre Selbstwirksamkeit höher ein. Sie sind überzeugter als der Durchschnitt, dass sie die eigenen Kompetenzen durch
Lernaktivitäten verbessern können. Dies ist eine wichtige Einstellung, um Leistungspotenzial in Lernzuwächse umsetzen zu können.


KOMPASS fördert schulisches Interesse und damit auch Lernmotivation und Leistungsbereitschaft.
Speziell bei Schülerinnen und Schülern der 8. bis 10. Jahrgangsstufe konnte ein größeres Interesse an schulischen Lerninhalten in den evaluierten Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik nachgewiesen werden. Quelle: Stiftung Bildungspakt Bayern

Johannes Vesper

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