Die Zukunft der Rente ist unsicher, doch die meisten Jugendlichen kümmert das kaum. Sie setzen auf den Staat und die Unternehmen. Dass man sich darauf allein künftig nicht mehr verlassen kann, konnten Christina Sailer und Stefanie Fritz, Referentinnen von der Volksbank-Raiffeisenbank Oberbayern Südost, unseren Schülern eindrucksvoll darlegen. Es ist paradox: Die junge Generation kann nicht davon ausgehen, im Alter von der gesetzlichen Rente so leben zu können wie ihre Großeltern und Eltern. Zu gering ist der Betrag, den sie von der staatlichen Rentenversicherung voraussichtlich bekommen. Und doch verliert das Gespenst der Altersarmut für die Jugend an Schrecken.

Die junge Generation, investiert wenig in die eigene Altersvorsorge, obwohl sie sich der Lücken des Rentensystems bewusst ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Versorgungswerks MetallRente. Demnach sparen 35 Prozent regelmäßig fürs Alter, drei Prozent weniger als bei der ersten Umfrage vor sechs Jahren. Aus Sicht der Forscher braucht es vor diesem Hintergrund ein Umlenken der Politik, um die junge Generation vor Altersarmut zu schützen.
"Auch 15 Jahre nach der Rentenreform hat sich noch keine Kultur zusätzlicher Vorsorge in Deutschland entwickelt. Die Tendenz geht bei der jungen Generation sogar in die entgegengesetzte Richtung", so die Herausgeber der Studie. Viele fühlten sich angesichts der langen Vorplanung überfordert und verstünden die verschiedenen Vorsorgeangebote nicht. Auch sei in den Jahren nach und rund um Ausbildung und Studium wenig Geld vorhanden, das bereits angelegt werden könne.
„Wer früher beginnt, hat länger Zeit…, seine Altersvorsorge auf mehrere Säulen zu stellen. so die Expertinnen der VR-Bank . Neben der gesetzlichen Rente gehörten Immobilien, die betriebliche, die private und die staatlich geförderte Altersvorsorge dazu. Für Jugendforscher und Studienherausgeber Klaus Hurrelmann ist der starke „Gegenwartsbezug nachvollziehbar“. Der Sozialwissenschaftler erklärt: „Die jungen Leute entscheiden sich für Dinge, die ihnen aktuell von Nutzen sind und nicht für etwas, von dem sie nicht wissen, ob es ihnen später tatsächlich hilfreich sein wird.“ „Damit steigt die Gefahr der Altersarmut“, so der Wissenschaftler und fordert die Politik auf, zu handeln. Ein Schulfach wie „Wirtschaft und Finanzen“ etwa könne die Jugendlichen dazu befähigen, sich eigenständig mit Finanz- und Kapitalmärkten zu beschäftigen.
J. Vesper

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