Wenn unser früherer Schüler Philipp immer mal wieder im Umfeld unserer Schule auftaucht, wissen Lehrer, Schüler und Ehemalige von einem jungen Mann zu berichten, der sein unbekümmertes, offenes und freundliches Wesen nie abgelegt hat. Heute ist Philipp Öttl 24 Jahre alt, frisch gebackener Dritter der Supersport Motorrad-WM und ein im Erfolg bescheiden gebliebener Rennprofi, dessen motorsportliche Laufbahn im Jahre 2005 begann.

Das Finale der Motorrad-Supersport Weltmeisterschaft fand in diesem Jahr im portugiesischen Estoril statt. Die Rennstrecke ist 30 km von Lissabon entfernt. Der 24-Jährige lag nach 13 Rennen auf Rang vier der Gesamtwertung. Der Ainringer hatte noch die Möglichkeit sich auf den dritten Rang zu verbessern. Die Bedingungen in Estoril waren mit sonnigen 20 Grad sehr gut.

Am ersten Trainingstag lief es wegen einiger technischer Probleme nicht rund und es reichte nur für den neunten Rang. Doch am Samstagmorgen überzeugte der Kawasaki Fahrer mit einer überragenden Bestzeit. Diese Leistung bestätigte er im Zeittraining, wo er sich auf seiner letzten Runde noch mit Rang drei in die erste Startreihe schob. Im Anschluss fand am Samstag bereits das erste Rennen statt. Philipp startete schlecht und fiel auf Rang sechs zurück. Doch dann fuhr er innerhalb von drei Runden auf den vierten Rang mit Anschluss an die Spitze. Jedoch wurde das Rennen wegen eines Sturzes abgebrochen und kurze Zeit später erneut gestartet.

Dieses Mal klappte sein Start und er war gleich auf der dritten Position. Nur zwei Runden später verbesserte er sich auf den zweiten Rang. Er versuchte den führenden einzuholen doch der Abstand blieb bis ins Ziel konstant eine Sekunde. Den zweiten Rang konnte er mit einer halben Sekunde Vorsprung verteidigen. Damit verringerte er den Rückstand zum Gesamtdritten auf zwei Punkte.

Das zweite Rennen am Sonntag war das spannendste der ganzen Saison. Acht Fahrer kämpften um den Sieg. Philipp startete wieder gut und war sofort zweiter. Mehrmals übernahm er die Führung und war nie schlechter als auf Platz drei. Der Ainringer wollte das Finale unbedingt mit einen Sieg abschließen. Auch in der letzten Runde führte er die Gruppe an. Doch dann wurde er abgedrängt und er rutschte auf den fünften Rang zurück. Leider konnte er seine Position in den letzten Kurven nicht mehr verbessern. Doch die entscheidenden drei Punkte in der WM konnte er aufholen und schloss seine erste Saison in der Supersport Weltmeisterschaft mit einem hervorragenden dritten Gesamtrang ab.

„Es war ein sehr gutes Wochenende in Estoril. Im ersten Rennen habe ich mit Platz zwei eine gute Ausgangslage für den Sonntag geschaffen. Im finalen Rennen habe ich nicht geschaut was mein Konkurrent um den dritten Gesamtrang macht, sondern habe versucht, selbst zu gewinnen. Als ich dann in der letzten Runde von eins auf fünf zurückfiel, wusste ich nach dem Zieleinlauf nicht, ob es gereicht hat. Erst im Parc Ferme hat mich mein Team informiert. Diesen Moment möchte ich nutzen, um allen zu danken, die nach der schwierigen letzten Saison mich weiter unterstützt haben und diesen Erfolg erst möglich machten,“ so der erfolgreiche Fahrer in seinem Saisonresumee.

Quelle: www.philippöttl.de
Johannes Vesper Fotos und Text

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